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C h r o n i k
Zürcher Unterländer
SAMSTAG, 18. DEZEMBER 2004
BÜLACH / Kammerorchester wird mit dem Kulturpreis 2004 ausgezeichnet
Im September 1942 trafen sich elf musikbegeisterte, junge Leute, um die
Gründung eines Orchesters zu besprechen. Es war die Geburtsstunde des
Orchestervereins, dem heutigen Kammerorchester, Kulturpreisträger 2004
der Stadt Bülach.
Eduard Gautschi
Der Stadtrat Bülach verleiht auf Empfehlung der Kulturkommission dem Kammerorchester
Bülach den Kulturpreis 2004. Der Preis ist mit 4000 Franken dotiert. Überreicht wird der
Preis für einmal mit einer kleinen Verspätung, nämlich am Sonntag, 6. Februar, in der Aula
der Kantonsschule Zürcher Unterland (siehe Kasten). An diesem Tag findet in der Aula ein
Konzert des Orchesters statt und somit bietet sich an, das Angenehme mit dem Ehrenvollen
zu verknüpfen.
Nachdem der Kulturpreis im Jahr 2001 an den «Kultur Zunder», im 2002 an den Grafiker und
Maler Toni Haas und letztes Jahr an den Naturschützer und Käferspezialisten Walter
Ettmüller verliehen wurde, kommt dieses Jahr ein Orchester in den Genuss der Ehre.
Dirigiert wird das Kammerorchester Bülach seit rund zehn Jahren von Luzi Müller, Chur.
Präsident ist Urs-Peter Ebnöther, Bülach, der das Amt vor anderthalb Jahren von Ruth
Hildebrandt übernommen hat.
50 Rappen Busse
Ebnöther, der im 30-köpfigen Ensemble mit Unterbrüchen seit 20 Jahren Geige spielt, fühlt
sich durch die Auszeichnung geehrt. «Orchester wie das unsere sind in der Schweiz dünn
gesät. Es braucht eine gesunde Portion Idealismus, wenn man in einem Kammerorchester
mitspielen will», sagt Ebnöther. Geprobt wird nicht mehr, wie in den Gründerjahren, im
Soldatenheim, sondern im Schulhaus Hinterbirch. Im Soldatenheim wurde jeweils am
Samstag um 20 Uhr geprobt, pro Monat war ein Franken Beitrag zu bezahlen.
Wer den Proben unentschuldigt fernblieb, zahlte 50 Rappen Busse. Im Winter waren ein bis
zwei Holtzscheite ins Probelokal mitzubringen, damit es beheizt werden konnte. Der erste
provisorische Vorstand bestand aus Hans Mossdorf, Jakob Coradi und Theo Albrecht.
Auf hohem Niveau
Nachwuchssorgen kennt das Amateur-Orchester zurzeit zwar keine, aber das sei auch schon
anders gewesen, erzählt Ebnöther. Klassische Musik ziehe erfahrungsgemäss «eher ein
etwas älteres Publikum an», was eine gewisse Überalterung des Orchesters mit sich gebracht
habe.
In den letzten Jahren habe das Ensemble aber verjüngt werden können und auch die Qualität
sei dank dem Dirigenten Luzi Müller und fleissiger Probenarbeit in den vergangenen Jahren
deutlich gestiegen. «Das Niveau darf ohne zu übertreiben als hoch bezeichnet werden.» Für
Konzerte werden regelmässig professionelle Solisten verpflichtet. Auftritte finden jeweils in
der reformierten Kirche Bülach, in Rafz, Dielsdorf und Freienstein statt. Gemeinsame
Auftritte mit dem Singkreis Zürcher Unterland stehen ebenfalls auf dem Programm.
Preisverleihung
Auf das Wochenende vom 5. und 6. Februar 2005 lädt das Kammerorchester Bülach zu zwei
Konzerten in die Aula der Kantonsschule Zürcher Unterland ein. Das Konzert am Samstag
beginnt um 20 Uhr.
Die Übergabe des Kulturpreises der Stadt Bülach findet anlässlich des zweiten Konzerts, also
am Sonntag, statt. Dieses Konzert beginnt um 17 Uhr. Als Solisten werden Stefan Wirth,
Klavier; Jakub Dzialak, Violine, und Olaf Krueger, Violoncello, zu hören sein. (gau)
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